Donnerstag, 19. Oktober 2017
Samstag, 21. Oktober 2017
Donnerstag, 26. Oktober 2017
Samstag, 28. Oktober 2017
jeweils 16.00 Uhr

Donnerstag, 2. November 2017
Donnerstag, 9. November 2017
Donnerstag, 16. November 2017
jeweils 15.00 Uhr

Treffpunkt: Mittelalterliche Mikwe, Kreuzgasse, 99084 Erfurt
Teilnahme kostenlos und ohne Voranmeldung, Dauer: ca. 30 Minuten

Öffentliche Führungen zum jüdischen Ritualbad

Wohl schon im 12. Jahrhundert besaß die jüdische Gemeinde Erfurt eine Mikwe, von der heute lediglich die Südwand noch zu finden ist. An diese Wand angelehnt, wurde im 13. Jahrhundert ein neuer Mikwenbau errichtet, der bis heute in großen  Teilen erhalten ist. Das Gebäude war etwa 9 m lang und im Inneren knapp 3 m breit. Die Mauern sind von außergewöhnlich guter Qualität.

Das Ritualbad ist neben Synagoge und Friedhof ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Gemeinde. Vor allem Frauen nutzen es, weshalb es häufig „Frauenbad“ genannt wird. Es diente zur kultischen Reinigung nach Berührungen mit Toten, mit Blut oder anderem, in religiösem Sinne Unreinen.

Nach der erzwungenen Abwanderung der Juden aus Erfurt im Jahr 1453 wurde das Wasserbecken verfüllt und die Mikwe in einen Keller umgewandelt. Das Haus selbst stand noch bis in die 1940er Jahre, 1960 erfolgte hier die Anlage einer Grünfläche. Mit der seit 2007 erfolgten Freilegung der Mikwe konnte ein neuer Puzzlestein dem Netzwerk „Jüdisches Leben in Erfurt“ sowie der Bewerbung für den Titel UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefügt werden. Der Schutzbau wurde in der ersten Jahreshälfte 2011 durch das Architekturbüro Gildehaus und Reich Weimar errichtet. Die museale Präsentation der Mikwe eröffnete im September 2011. Seitdem sind Besichtigungen des Ritualbads im Rahmen von Führungen möglich.

(Veranstalter: Netzwerk Jüdisches Leben Erfurt)